Lebensenergie in Balance

Lebensenergie - Neuer Trend aus der „Eso-Ecke“?


Mitnichten. Seit Jahrtausenden gibt es unterschiedliche Erscheinungsformen bzw. Konzepte, sowie unterschiedliche Erklärungsmodelle der Lebensenergie. Jener
Energie, die uns Menschen (ebenso wie Pflanzen und Tiere) am Leben hält und
die wir für unterschiedliche Zwecke nutzen können.

Lebensenergie wurde immer wieder neu entdeckt und von ihren Erforschernmit verschiedenen Namen bezeichnet. Die Entdeckungsgeschichte geht so weit
zurück, wie die Überlieferungen der Menschheit.


In der ganzen Welt kennt man für Lebensenergie verschiedene Bezeichnungen
wie Ki (Japan), Chi (China), Prana (aus dem Hinduismus), Baraka (aus der Sufi-Lehre),
Num (einige Afrikanische Stämme), heiliger Geist (Christentum), Nafas (Koran),Kahuna (hawaiianische Schamanen) - und viele mehr.

Eine ganze Reihe von traditionellen östlichen Techniken beziehen das Konzept der Lebensenergie mit ein: Tai Chi, Yoga, Tantra, Akupunktur oder Shiatsu. Der Mensch
wird hier als Teil eines universellen Energiesystems betrachtet:

Die Lebensenergie reguliert alle Vorgänge in der Natur und die körperlichen,
emotionalen und geistigen Regungen des Menschen und es gibt viele Punkte,
an denen sie sich stauen kann.

In der antiken Medizin des Mittelmeerraums nannte man diese Energie „Pneuma“.
In den Schriften des Hippokrates finden sich Beschreibung der heilenden Lebensenergie, bei der sich der Behandler als reiner Diener und Helfer einer selbstregulierten Kraft
versteht; Religion, Psychologie, Philosophie und Heilkunde waren zu der Zeit noch
zu einem harmonischen Ganzen verwoben. In Griechenland heilte Solon durch Striche
seiner Hände über den Körper seiner Patienten.


Was kann Lebensenergie aus dem Gleichgewicht bringen und am Fliessen hindern?

Körperlicher, geistiger oder seelischer Stress, wie zum Beispiel:

hohe Arbeitsbelastung

emotionale Belastungen wie Ärger, Kummer, Trauer, Sorgen, Ängste und Verluste

schwierige Lebenssituationen

unzureichende Ruhephasen

und anderes

Dauert dieser Zustand an, werden Körper und Seele früher oder später Alarm
schlagen und mit verschiedenen Symptomen auf diesen Zustand aufmerksam machen.

Anfangs handelt es sich vielleicht bloss um etwas Kopfweh, Erschöpfung, leichte Niedergeschlagenheit oder allgemeines Unwohlsein. Man ist noch nicht "richtig" krank,
aber auch nicht mehr wirklich fit und munter. Schließlich erreichen wir aber einen Zustand, den wir als Krankheit bezeichnen.



Wissenswert

Nicht nur in der Antike, im Fernen Osten oder in religiösen Anschaungen befasste
man sich mit dem Prinzip der Lebensenergie:

Um etwa 1950 prägte der Psychoanalytiker Wilhelm Reich seinen Begriff für die Lebensenergie: er nannte sie Orgon. Eine Lebensenergieströmung kann nach
Wilhelm Reich gestaut oder blockiert sein, ähnlich einem Fluss mit einem Staudamm.
Ein frei fliessendes Lebensenergiesystem beschreibt er als gute Voraussetzung für
lang anhaltende Gesundheit in körperlicher und psychischer Hinsicht

Paracelsus (1493-1541), der Begründer der Homöopathie, nannte diesen sich selbst regulierenden Naturheilprozess "Numia".

Jean Baptista van Helmont (1576 bis 1644), ein belgischer Arzt, sprach ebenfalls von
einem nicht materiellen universellen Fluidum, das "alle Körper durchdringe und auf alle Materie des Universums einwirke". Auch Helmont heilte durch Handauflegen.

Luigi Galvani, heute bekannt im Bereich der Elektrizitätslehre (Galvanische Froschschenkel), war Arzt und Anatomieprofessor. Er schrieb 1791 sein Hauptwerk über Elektrizität in Tieren, sprach aber später von Lebenskraft. Diese sei nicht dasselbe wie einfache Elektrizität, sondern in den körperlichen und psychischen Strukturen zu finden: im Pulsschlag und
dem Muskelapparat, in allen Organen und im vegetativen Nervensystem.

Ein weiterer Forscher in diesem Bereich war Franz Anton Messmer (1734-1815).
Sein universelles Fluidum (oder der animalische Magnetismus) existiere im menschlichen Körper und in der gesamten Natur. Es durchdringe alle Körper in wechselnder Konzentration, wirke auf die Entfernung, könne verstärkt, akkumuliert und transportiert werden. Den Hauptgrund für Krankheiten sah Messmer in der Blockierung des Energieflusses im Körper.

Freiherr Karl von Reichenbach (1788-1869) beschäftigte sich ebenfalls mit der Lebensenergie, die er mit Od bezeichnete. Auch Reichenbach glaubte, dass
Lebensenergie sich überall in Zeit und Raum verteilt.

Der russische Wissenschaftler Alexander Gurwitsch konnte 1937 nachweisen, dass
alle lebenden Zellen eine Strahlung abgeben. Gurwitsch nannte seine Entdeckung Mitogenetische Strahlung.

Der deutsche Radiologe Fritz A. Popp griff die Forschungen von Gurwitsch auf.
In den siebziger Jahren gelang es ihm, seine Ergebnisse zu bestätigen. Er konstruierte
ein Messgerät, das auf äusserst geringe Photonenmengen reagiert. Im absoluten Dunkel zeigte sich bei der Anwesenheit lebender Zellen ein schwaches Leuchten (Biophotonen). Wurden lebende Zellen, z.B. einer Kartoffel, vergiftet, steigerte sich die Lichtintensität erheblich. Popp nimmt daher an, dass die verstärkte Lichtstrahlung beim Tod einer Zelle
die Nachbarzellen zur Teilung anregt.

1966 prägte der russischen Wissenschaftler V. S. Grischenko den Begriff zur Beschreibung des "fünften Zustands von Materie", den er zu den bekannten Formen Festes, Flüssiges, Gasförmiges und Plasma hinzurechnet. Nach Grischenko ist das Bioplasma in allen Organismen vorhanden und insofern durchaus mit der so genannten universalen Lebenskraft gleichzusetzen.

Der englische Forscher Rupert Sheldrake wurde bekannt durch sein Konzept des "morphogenetisches Feldes". Es handelt sich wiederum um ein Datenfeld, das Informationen auf eine uns noch unbekannte Art überträgt.